Kolpingsenioren aus Beilngries unterwegs

Auf den Spuren von Martin Luther und der Hl. Elisabeth wanderten 36 Seniorinnen und Senioren der Kolpingfamilie Beilngries und Gäste aus Nachbarorten in Wittenberg und auf der Wartburg bei Eisenach. Organisiert hatte die Reise Eduard Babiel, unterstütz von Helfenden, die für Getränke, Brotzeit und Kuchen sorgten.

Am Freitagnachmittag kamen die Reisenden  in die Gegend von Wörlitz. Teilnehmer Hans-Dietrich Greth, geboren und aufgewachsen in Wittenberg, lotste den Bus zum Wörlitzer Park nahe Dessau. Die Gartenanlage, 120 Hektar groß, ließ Fürst Leopold III. im 18 Jahrhundert am Wörlitzer See anlegen. Besondere Bäume, Sträucher und Blumen, das „Gotische Haus“ und ein kolossales Bauwerk aus großen Felsbrocken prägen die sehenswerte Anlage. Am Samstag ging es in die Lutherstadt Wittenberg. Den zwei Gruppen brachten kompetente Fremdenführer historische Ereignisse der Luther-Stadt näher, auch mit lockeren Sprüchen wie Luthers „Man muss dem Volks aufs Maul schauen“. Der Reformator lebte mit Katharina von Bora in einem ehemaligen Kloster. Er verfasste allerhand Bücher und Schriften, Katharina kümmerte sich um das Wirtschaftliche, sie war eine „Macherin“, so der Stadtführer. Auf der 1,3 Kilometer langen und autofreien Handelsstraße ging es zur Universität, gegründet hatte sie 1502 Friedrich der Weise. An ihr lehrten vor 400 Studenten die besten Professoren Europas, unter ihnen Philipp Melanchthon, der „Lehrmeister Deutschlands“. Man lernte das Röhrwasser kennen, das in Röhren zu verschiedenen Höfen floss. Wer seine Gebühren nicht bezahlte, dem wurde „der Hahn abgedreht“. Lucas Cranach malte Bilder für die Ewigkeit, war aber auch ein Geschäftsmann, der 70 Arbeiter in seinen Werkstätten beschäftigte.  Schließlich gelangte man zur Schlosskirche mit der berühmten Tür, an die  1517 Martin Luther seine Thesen hämmerte, nein klebte, wie der Fremdenführer wusste.  

Nach Führung und Brotzeit brachte Busfahrer Stefan die Reisenden nach Eisennach. Am Sonntag ging es dann hinauf zu Wartburg. Landgraf Ludwig II. erbaute in den Jahren 1156 bis 1172 die Burg. „Das spätromanische Bauwerk sollt wehrhaft sein und das Volk gut schützen können“, berichtete die Burgführerin in rekordverdächtigem Sprechtempo. Mit vier Jahren kam die ungarische Königstochter Elisabeth auf die Burg, wuchs mit Ludwig IV. auf und beide heirateten 1221. Bekannt ist das Rosenwunder. 1521 wurde Luther nach dem Eklat von Worms, als er seine Thesen nicht widerrief, aus Sorge um sein Leben auf die Wartburg gebracht. Dort übersetzte er die Bibel ins Deutsche und kehrte 1522  nach Wittenberg zurück. Die Wartburg verfiel und 1841 erging durch Carl Friedrich der Auftrag, die Burg wieder herzustellen. Einen Anstoß für die künstlerische Ausgestaltung gab der Besuch von Moritz von Schwind. Er schuf Gemälde im Landgrafenzimmer, gestaltete die Elisabethgalerie und den Sängersaal. Märchenkönig Ludwig II. holte sich auf der Burg Inspiration für seine Projekte. Nach der Führung konnte man durchs Museum streifen und zuletzt das schlichte Zimmer von Martin Luther anschauen, wo er die Bibel ins Deutsche  übersetzte.  

Bei der Heimfahrt gab es im Fränkischen einen letzten Halt. Auch hier erregte das Fahrzeug großes Aufsehen. In dem luxuriös eingerichteten DFB-Bus fuhren jedoch nicht Nationalspieler, sondern Kolpingschwestern und –brüder aus Beilngries und Umgebung.

 

Text/Foto: Edi Babiel

 

26.10.2023

Auch die weltberühmte Wartburg oberhalb Eisenach besichtigte die Beilngrieser Kolpinggruppe.