Brücken bauen in die Zukunft – Abschiede und Neuwahlen beim Kolping Diözesanverband
Kipfenberg „Brücken bauen – Gemeinschaft sein“: Landrat Alexander Anetsberger griff in seinem Grußwort als Erster das Jahresthema von Kolping auf. Anetsberger interpretierte das Thema auf politische Weise und dankte Kolping für den Vorbildcharakter, den der Verband durch sein Engagement im gesellschaftlichen, kirchlichen und politischen Bereich darstelle. Sich für die Gemeinschaft einsetzen, für andere da sein und diese aus der eigenen Blase herauszuholen, das werde immer wichtiger, so der Landrat.
Die Grüße der Bundesvorsitzenden, Klaudia Rudersdorf, und des gesamten Bundesvorstands überbrachte Martin Rose. Rose hob die Bedeutung der Bildung für den Verband hervor und nannte als zweites wichtiges Thema die Familie. "Wo gesellschaftliche Veränderungen verunsichern", so Rose, "wo Einsamkeit zunimmt und Zusammenhalt brüchig wird, braucht es Menschen wie euch, die Nähe schenken, Haltung zeigen und Hoffnung weitertragen". Weiter sagte er: "In den Kolpingsfamilien wird dieser Gedanke lebendig. Hier begegnen sich Generationen, hier erfahren Menschen Gemeinschaft, hier entstehen Bildungsangebote, soziale Initiativen und verlässliche Hilfe. Ob im Einsatz für Familien und junge Menschen, für soziale Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Schöpfungoder für ein solidarisches Miteinander: Euer Engagementwirkt weit über die eigenen Reihen hinaus".
Landesvorsitzender Roland Kronawitter aus Passau ermunterte die Kolpingmitglieder, weiter Mut zu zeigen in allen Lebensbezügen weiter ein starkes Fundament des Verbands vor Ort zu sein. Kronawitter lud alle zur Teilnahme an der Landeswallfahrt nach Freising am 3. Oktober ein."Unterwegs mit leichtem Gepäck" lautet das Motto der Wallfahrt zu der alle eingeladen sind.
Eine Brücke zu den Medien schlug Kolping bei seiner Delegiertenversammlung durch Florian Kienast, Kipfenberger Eigengewächs und Fernsehjournalist. „Live auf Sendung – Einblicke in die Arbeit eines BR-Moderators“ lautete der unterhaltsame Auftritt, den Kienast mit einigen Beispielen aus seiner täglichen Arbeit mit kurzen Videos unterlegte. Das Publikum im Kipfenberger Pfarrheim hörte gebannt zu und musste auch viel lachen, als Kienast aus der Rubrik „Pleiten, Pech und Pannen“ erzählte.
Mit den Neuwahlen schlug der Diözesanverband eine weitere Brücke; die Stabilität, aber auch Neuanfang beinhaltet. Während Diözesanvorsitzender Hans Hasmüller und seine Stellvertreterin, Beate Leis, sich erneut zur Wahl stellten, gehen mit Pfarrer Dominik Pillmayer als Diözesanpräses und Josef Meindl als Geistliche Leitung zwei Neue in diese Ämter. Pillmayer, bisher stellvertretender Diözesanpräses, löst Domdekan Msgr. Dr. Stefan Killermann ab, der sich nach 24 Jahren im Amt nicht mehr zu Wahl stellte.
Die Versammlung verabschiedete Dr. Killermann in einem Gottesdienst, bei dem Kolping-Landespräses Christopf Wittmann die Predigt hielt. Wittmann, einst selbst Stellvertreter von Msgr. Killermann, zeigte die Vorzüge des Kirchenjuristen Killermann auf: Klarheit, Beständigkeit, Treue und eine tiefe Spiritualität, die sich in vielen Predigten, Geistlichen Impulsen und seinen Liedtexten ausdrückt. Daran knüpfte Landesvorsitzende Eva Ehard beim anschließenden Festakt zur Verabschiedung an. Stefan Killermann, so die Landesvorsitzende, habe die Kolpinggeschwister auf dem Weg des Glaubens geführt und Anlässe geschaffen, die Menschen zu Gebet und Gesang zusammenzubringen. Als Beispiel nannte sie die Einsetzung der Reliquie des Seligen Adolph Kolping in den Altar der Kolpingkapelle St. Michael am Eichstätter Burgberg. Der Diözesanvorstand ernannte Dr. Stefan Killermann zum Ehrenpräses von Kolping Eichstätt und ist dankbar, für seinen weiteren Einsatz, z.B. als Geistlicher Begleiter der Bildungsfreizeit 55 plus.
Drei Kolpingsfamilien konnten sich am Abend besonders freuen: Sie hatten Projekte zum Jahresthema „Brücken bauen – Gemeinschaft sein“ in die Tat umgesetzt und wurden dafür mit Preisen seitens des Diözesanvorstands bedacht, die wiederum Gemeinschaft stiften sollen und zur Geselligkeit bei Kolping gut passen.
Am Ende dieses ereignisreichen Diözesantages werden vielen Anwesenden die Worte von Diözesandministrator Alfred Rottler im Gedächtnis bleiben. Mit Blick auf die bevorstehende Bischofseinführung sagte Kolpingmitglied Rottler, dass die katholischen Verbände ein wichtiger Teil des pastoralen Aufbruchs sein werden und durch ihre Teilnahme am Sendungsauftrag der Kirche gute Wege in die kommenden Jahre im Bistum Eichstätt beschritten werden.
Text und Bilder: Ewald Kommer


BR-Moderator Florian Kienast in Aktion

Interview mit dem neuen Ehrenpräses Msgr. Dr. Stefan Killermann