Frauen-Bildungswochenende "Abenteuer Christ sein"

Gott ist ein Gentleman und wir sollen uns mit ihm auf ein Abenteuer einlassen

Zu einem Bildungswochenende für Frauen lud der Kolping Diözesanverband vom 17. – 19. Januar 2014 ins Kloster Plankstetten ein.

Am Freitag Nachmittag war Abt Beda vom Kloster Plankstetten bei den Frauen zu Gast. Bei seiner Vorstellung sagte er,  dass er ein gebürtiger Frange sei und er berichtete in seinem frängischn Dialegd,

  • wie er dazu kam in den Benediktinerorden einzutreten
  • was seine Ärbert als Abt ist
  • über das Leben und Zusammenleben im Kloster

Im Kloster zu leben ist schön und angenehm, den dort tut man:

a bissel ärben, a bissel bedn, a bissel essen, und a bissel schlofn.

Genau diese Tätigkeiten in einen Einklang zu bringen, das zeichnet eine Christen aus.

Denn wer nur mit sich selbst zufrieden ist, kann Mitmenschen zufrieden machen  und ihnen  guten Mutes gegenüber stehen. Mit sich selbst zufrieden sein kann man nur, wenn wir darauf achten, dass es uns gut geht. Dafür sind folgende Punkte in der Reihenfolge zu beachten:

  1. die Spiritualität
  2. die menschlichen Beziehungen
  3. die Muße
  4. selber Mensch zu sein
  5. die Arbeit

Das Fazit dieses Nachmittages war: wenn wir nicht mit uns selbst zufrieden sind, können wir auch kein guter Christ sein.

Bei einer Abendeinheit zum besseren Kennenlernen, wurde auch auf das Thema:

„Welches Abenteuer ist es für mich ein Christ zu sein“ eingegangen. Es wurden die Fragen gestellt: Was ist für mich ein Abenteuer?,  Bin ich ein guter Christ?, Welche Hindernisse und Hürden, aber auch welche Freuden und welches Glück finde ich im christlichen Handeln.

Am Samstag gab es die Gelegenheit als Tagesgast zu der Gruppe zu stoßen. So kamen zu den 15 Frauen, die das gesamte Wochenende im Kloster verbrachten, noch einmal 14 interessierte Kolpingschwestern um 9.00 Uhr als Tagesgast dazu. An diesem Vormittag war Schwester Teresa Zukic von der kleinen Kommnität der Geschwister Jesu aus Weisendorf zu Gast.

Bei ihrer Vorstellung sagte sie: „ Ihr Leben ist ihr Hobby“, ein Hobby macht immer Spaß, darum lebe ich so glücklich.

Sich als Christ auf ein Abenteuer einzulassen ist sehr einfach, denn unser Gott ist ein Gentleman. Für dieses Abenteuer sollten nur fünf Schritte beachtet werden:

1. Schritt

Freundschaft mit sich selber leben

☺ Nur wer sich selbst als Freund akzeptiert, kann sich auf andere einlassen, kann sich einlassen auf unseren Gott, auf Mitmenschen, auf Freunde, Partnerschaft, …

☺ sich immer wieder bewusst machen, wie kostbar ich bin, - ich bin das größte Geschenk  für unseren Gott

☺ Ich bin einzigartig für unseren Gott → auch das sich immer wieder bewusst machen

☺ Gott will, dass wir ihm folgen → aber freiwillig

2. Schritt

Die Bibel leben, praktizieren

Das Lieblingsevangelium von Schwester Teresa ist das Evangelium von der Ehebrecherin. Sie nennt es auch „Anti-Stress-Evangelium“. Es ist das Handeln von Jesus, das uns etwas sagen will. Er handelt nicht kurz entschlossen. Jesus denkt nach, bis er eine kreative Lösung hat. Mit Ruhe und Gelassenheit Entscheidungen angehen, das will er uns damit sagen. Entspannen! Nachdenken! Kreative Lösungen gibt es nicht unter Druck, sondern unter Entspannung. So etwas liest man in der Bibel nur zwischen den Zeilen und dann auch nur wenn sie kreativ gelesen wird.

In der Ruhe liegt die Kraft!

3. Schritt

Gott loben

Unseren Gott im Gebet loben. Ihn nicht nur bitten und später vielleicht auch noch danke sagen. Immer wieder seine Gegenwart sich bewusst machen, im Partner, in der Arbeit, in der Natur, im Hobby und ihn dafür loben. Wir verbringen viel Zeit mit unserem Ehepartner, mit unseren Kindern, Freunden, aber eine Ewigkeit mit unserem Gott. Freunde, die zu uns nur kommen wenn sie etwas von uns brauchen, oder von uns wollen und sich sonst nie blicken lassen, das sind keine richtigen Freunde. So ist das auch mit der Freundschaft zu Gott. Wenn wir nur zu ihm beten, wenn wir etwas von ihm wollen, kann keine Freundschaft zu Gott entstehen. Sich jeden Tag 5 Minuten Zeit nehmen, um Gott zu loben, um ihn einfach DANKE zu sagen.

4. Schritt

Ungewöhnliches gegen die Gewohnheit tun

Gewohnheiten sollten durchbrochen werden → Neues sollte entstehen

♥ etwas Ungewöhnliches ausprobieren, wirklich ausprobieren und nicht gleich im Keim ersticken. Auch in einem Verband oder in einer Gemeinde sollte etwas Ungewöhnliches getan werden

♥ ein Feuer entfachen, das viele ansteckt

♥ wir alle hungern nach Zuwendung und Anerkennung, darum sollen wir diese auch verteilen

♥ Der größte Feind in der Kirche gegen Gewohnheiten zu kämpfen ist der

is lahm

is lahm der Pfarrer, is lahm der Pfarrgemeinderat, is lahm die Kirchenmitglieder,

is lahm kirchliche Vereine auf frängisch gsagt.

5. Schritt

Vergebung

☼ Vergebung ist der Aufzug zum Himmel

☼ Heile zuerst deine Wunden und lasse dich nicht kränken. Zum Kränken gehören immer zwei; einer der kränkt und einer der sich kränken lässt

☼ Verletzte Menschen → verletzen andere

☼ vergiftete Menschen mit Hass → hassen andere

☼ Gott liebt auch die die wir nicht austehen können, nicht leiden können, nicht mögen.

☼ Wir haben Gefühle und damit müssen wir umgehen können -  und umgehen lernen

Das ABC der Gefühle ist:                

A          =          ich sehe, ich höre

B          =          was ich denke (positiv, neutral, negativ)

C          =          was ich fühle

Was ich denke, das fühle ich. Wir sind aber Menschen und können denken, - darum können wir auch umdenken – ins Neutrale denken, ins Positive denken.

Nichts Negatives denken sondern umdenken

 Die Frauen wollten zu sich selbst finden, in sich rein hören, ihre Gedanken baumeln lassen und ihren Körper wahrnehmen. Dazu gab es am Nachmittag zwei Work-Shop-Gruppen. In der einen Gruppe wurde sich an meditative Tänze gewagt mit Ursula Scheid aus Undorf. In der anderen Gruppe wagte man sich an das Trommeln mit Dorothea Ertel aus Herrieden. Man soll Ungewöhnliches tun und die Gewohnheiten durchbrechen meinte Schwester Teresa. Auf diesen Weg wagten sich die Kolpingfrauen dann auch. Sie stellten fest, dass es nicht so schlimm ist neue Wege zu gehen.

Es wurde den Frauen immer Gelegenheit geboten, sich an den Gebetszeiten im Kloster zu beteiligen, am Morgen zur Vigil oder zur Laudes, mittags zur Mittagshore, oder am Abend zur Vesper, danach wurde das Programm ausgerichtet.

Nach dem Abendessen wurden die Tagesgäste wieder verabschiedet und die Wochenendteilnehmerinnen gingen zu einem gemütlichen bunten Abend mit Gemeinschaftsspielen über.

Am Sonntag nach dem gemeinsamen Gottesdienst wurde noch einmal Rückblick auf das Wochenende gehalten und Wünsche und Anregungen für den Diözesanverband mit nach Hause genommen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen trennten sich die Wege der Frauen wieder.

Petra Rank

 

21.01.2014

Vortrag Abt Beda aus Plankstetten

Vortrag Schwester Teresa Zukic