Hörfähig für die Lebenssituation der Menschen
Stefan Wissel, Regensburger Diözesanpräses des Kolpingwerkes, stimmte bereits in seiner Predigt die Teilnehmer der Konferenz auf das anschließende Thema ein. Die Verse aus dem 4. Kapitel des Buches Kohelet aufnehmend, machte Wissel deutlich, dass wir Menschen auf Gemeinschaft hin angelegt sind und uns gegenseitig stützen sollen.
Altbürgermeisterin Rosy Stengel und die Vorsitzende der örtlichen Kolpingsfamilie, Christa Uhl, hießen in ihren Grußworten die Teilnehmer der Konferenz in der Goldschlägerstadt willkommen. Diözesanvorsitzende Eva Ehard griff die Predigtworte auf und verwies auf das Zitat des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode, demzufolge die christlichen Sozialverbände wichtige Bausteine der Kirche seien; sie sollen dazu beitragen, dass wir hörfähig für die Lebenssituation der Menschen und dadurch sprachfähig werden, den Glauben ins Heute zu übersetzen. Gastredner Stefan Wissel sprach zum Thema „Spiritualität und Soziallehre – Die Liebe Christi drängt uns zum Handeln“. Wenn 925 Millionen Menschen hungern und 1,2 Milliarden unter schlechten Lebensbedingungen leiden, ja wenn selbst im reichen Deutschland die Armutsrate 19,2 % beträgt, dann, so Wissel, ist jeder einzelne gefordert. Adolph Kolping hat uns vorgelebt, wie wir den Nöten der Zeit begegnen sollen, sagte Wissel und zitierte Vaclav Havel: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ In diesem Sinn rief der Regensburger Kolping-Diözesanpräses dazu auf, sich selbst drei Fragen zu stellen: 1. Was trägt uns selber in der Not? 2. Woher nehmen wir die Kraft zum konkreten Handeln? 3. Warum lassen wir uns von Gott in den Dienst nehmen? Nach der Beantwortung dieser Fragen ist man bereit, in ganz konkreten Schritten die Not vor Ort zu erkennen, zu analysieren, was zu tun ist und herauszufinden, mit wem gemeinsam Abhilfe geschaffen werden kann. Das Resümee des Diözesanpräses lautet kurz gefasst: Wir alle können Zeichen der Hoffnung sein! Dazu bedarf es sicher auch, politisch wieder „bissfester“ zu werden, zu den eigenen Werten zu stehen und diese in die gesellschaftliche Auseinandersetzung einzubringen. Die Vorsitzenden der Kolpingsfamilien berichteten anschließend aus ihrer Arbeit und boten einerseits best-practice-Beispiele zu sozialem Engagement, andererseits waren sie dankbar für die vielen Anregungen von Stefan Wissel und stellten auf manchen Gebieten Nachholbedarf fest.
Weitere Punkte auf der Tagesordnung waren die neu zu formulierenden Satzungen der Kolpingsfamilien und des Diözesanverbandes sowie der Bezirke. Bernhard Bräunlein referierte den Sachstand und machte die nächsten Schritte deutlich. Jugendreferentin Heike Schinzel berichtete zum Thema Erweiterte Führungszeugnisse für Ehrenamtliche den geplanten Ablauf der Einsichtnahme. Msgr. Dr. Stefan Killermann und sein Stellvertreter im Amt des Diözesanpräses, Subregens Christoph Wittmann, führen die Einsichtnahme durch, teilen den Vorsitzenden das Ergebnis mit und achten auf den Schutz der Persönlichkeitsdaten. Julia Mayerhöfer informierte über den Vorbereitungsstand der landesweiten Wallfahrt nach Altötting, die unter dem Motto „Mit Gottvertrauen Welt gestalten“ am 3. Oktober stattfinden wird. Die Kolpingjugend nimmt die Wallfahrt zum Anlass, vom 3. – 5. Oktober ein Wochenende für alle Jugendlichen mit dem Titel „Losgelöst 2014 – Wir Fairändern Bayern“ zu gestalten. Mit dem Eindruck, dass auch 2014 für den Eichstätter Kolping-Diözesanverband ein Jahr des Arbeitens, des Betens und des Feierns (auch einiger Jubiläen) wird, ging die Konferenz zu Ende.

